
Kristina Lenz & Alex Simon Klug
unsolid ground
unsolid ground
Mit der wachsenden Nachfrage nach Rechenleistung vollzieht sich derzeit weltweit ein massiver Ausbau von Rechenzentren und Supercomputing-Infrastrukturen, deren Flächen-, Energie- und Ressourcenbedarf sich zunehmend in die Landschaft einschreibt. Auch in NRW wird diese Entwicklung in unmittelbarer Umgebung sichtbar: Ehemals industriell geprägte Räume werden zu Schauplätzen einer neuen infrastrukturellen Transformation.
«unsolid ground» nähert sich dieser Transformation aus einer archäologischen Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, was sie bereits während ihrer Entstehung preisgibt – bevor medial skizzierte Zukünfte Wirklichkeit werden und den Ort überschreiben. Mediale Repräsentationen und physische Fundstücke eröffnen dabei einen Zugang zu einem Wandel, der sich allmählich in der Landschaft abzeichnet.
Unter dem Begriff des „archäologischen Fensters“ entsteht eine Installation, die einer Praxis des Anhaltens, Sammelns, Sicherns und erneuten Lesens folgt. Der hohen Beschleunigung technologischer Entwicklung wird eine andere Zeitlichkeit entgegengesetzt, in der heterogene Fragmente gesichert und in neue Beziehungen zueinander gesetzt werden können. Aus dieser Haltung soll eine spekulative Archäologie entstehen, die sich nicht auf eine abgeschlossene Vergangenheit, sondern auf eine technologisch geprägte Gegenwart und ihre möglichen Zukünfte richtet.
Beteiligte
Kristina Lenz
Alex Simon Klug
Kristina Lenz und Alex Simon Klug sind seit 2021 als Kollektiv tätig. Sie schaffen fotografische, filmische und skulpturale Arbeiten, die sich mit künstlicher Intelligenz und den Veränderungen digitaler Bildproduktion auseinandersetzen. Dabei verfolgen sie unter anderem einen medienarchäologischen Ansatz, indem sie ephemere Phänomene, die im Zuge der Entwicklung synthetischer Bilder entstehen, in ein physisches Archiv überführen und als historische Dokumente technologischer Transformationsprozesse bewahren.
Beide absolvierten den postgradualen Diplomstudiengang der Medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln mit Auszeichnung. Zuvor studierte Lenz Fotografie an der FH Dortmund, Klug Freie Kunst an der HfbK Hamburg. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Museum Folkwang Essen, im Hasselblad Center Göteborg, im Goethe-Institut Paris, im Fotomuseum Winterthur und in der Kunsthal Aarhus gezeigt. 2024 erhielten sie den Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrot Stiftung. Sie sind Teil von darktaxa-project.