
Nova Krause & Robin Plenio
The last good decision
The last good decision
The last good decision ist eine künstlerische Recherche zwischen Schwarmintelligenz, Naturdokumentation und Kartografie.
Die argentinische Ameise organisiert sich über Stigmergie: Sie legt Pheromonspuren, andere folgen der stärksten Spur, das Folgen verstärkt die Spur. Niemand kommuniziert direkt, niemand überblickt das Ganze – trotzdem entstehen detailliert kartografierte Netzwerke, ganz ohne zentrale Steuerung. In der IT heißt dieses Prinzip Ant Colony Optimization. In sozialen Systemen heißt es Feed.
So reproduziert sich auch strukturelle Macht im Zeitalter von KI. Patriarchat und Rassismus arbeiten als Default. Trainingsdaten sind das akkumulierte Pheromonfeld der Vergangenheit; Systeme, die daraus lernen, schreiben Ungleichheiten als Norm fort, während die Behauptung der freien Wahl intakt bleibt.
Wir machen uns diese Arbeitsweise zunutze und bauen einen Schwarm agentischer KI-Bots, der nach genau diesem Prinzip funktioniert. Jeder Bot liest nur seinen lokalen Ausschnitt, folgt und verstärkt die Spuren der anderen. Als stiller Parasit lebt der Schwarm in öffentlichen Spuren diverser Netzwerke des Darkweb und kartografiert sie.
Angelehnt an das Simulationsspiel SimAnt entwickeln wir daraus ein begehbares Live-Game: Das Publikum wird selbst zum Schwarm, folgt den Spuren der Bots und haucht ihnen Leben ein indem es schreibt, moderiert, archiviert und kommentiert.
Beteiligte
Nova Krause
Nova Krause (they/them) ist Medien- und Performancekünstler:in mit Fokus auf soziale und ökologische Gerechtigkeit, queeren Feminismus und die Politik digitaler Infrastrukturen. Nova arbeitet in humanitären und aktivistischen Kontexten und ist seit 2018 Teil des Peng!-Kollektivs. Ab September 26 entwickelt they im DAI-Master (Roaming Academy) eine Game-Oper über Stimme, Macht und Hörbarkeit.
Beide arbeiten sowohl solo als auch kollektiv in nationalen und internationalen Kontexten.
Robin Plenio
Robin Plenio (he/they) ist Komponist, Theatermacher und Medienkünstler. In seinem post-digitalen Zugang werden kompositorische Techniken zum Konzept für Video, Licht und Dramaturgie – zwischen Dokumentarischem, Videogame-Art und KI, mit starkem Fokus auf Klang. Bis März 2027 forscht er im DAS-Theatre-Programm in Amsterdam zu endings as textures.
Beide arbeiten sowohl solo als auch kollektiv in nationalen und internationalen Kontexten.